Sprechpause

OperationAufmerksame Hörer dürften in den Produktionen der letzten Wochen eine deutliche Heiserkeit Eures Moderators bemerkt haben. Diese hat nun eine etwas intensivere Sendepause zur Folge als sie sonst im Sommer üblich ist.

Über die genaue Ursache kann ich noch nichts Abschließendes sagen, aber es hatte sich ein Knoten an meinen Stimmbändern gebildet, der sich zwar durch Medikamente erfolgreich bekämpfen ließ, aber leider nicht komplett verheilen wollte, so dass letzte Woche in der Klinik mit einer kleinen Operation noch mal nachgearbeitet werden musste. Einmal Vollnarkose und zurück.

Der Eingriff ist so weit gut verlaufen, aber damit meine Stimme jetzt wieder zur alten Form zurückfinden kann, muss ich dann doch mal etwas kürzer treten und mich von Mikrofonen fern halten. Daher gibt es bis auf weiteres keine neuen Aufnahmen von mir — aber bald noch eine Veröffentlichung einer Sendung, die schon länger auf Halde liegt.

Aber keine Panik: ich bin zuversichtlich, dass ich spätestens im September wieder voll in die Produktion einsteigen kann und Euch in gewohnter Manier mit neuem Material versorgen kann. Im Herbst wird dann die Metaebene auch wieder auf deutlich mehr Kanälen durchstarten, als zuletzt bedient werden konnten.

An dieser Stelle möchte ich mich auch noch mal bei allen Unterstützern und Spendern bedanken, die mir diese selbständige Arbeit seit Jahren ermöglichen und mir gerade in solchen Momenten die nötige Unabhängigkeit und den nötigen Rückhalt geben, um auch künftig ohne ausgedehnten Seelenverkauf am Ball bleiben zu können: Vielen, vielen Dank. Ich finde, wir sind ein tolles Team.

3.5.2017: Hörertreffen in Oxford

Ich bin Anfang Mai (genauer am Abend des Mittwochs, den 3. Mai 2017) kurz in Oxford (UK) und hätte die Gelegenheit für ein kleines Hörertreffen, falls jemand Lust und Zeit dazu hat. Bitte meldet Euch kurz mit einem “+1” in den Kommentaren. Dann werden wir schon einen Ort (und eine genaue Zeit) finden.+

Die Metaebene Community und Beteiligung an Live-Sendungen

TL;DR: Ich habe ein auf Slack basierendes Chatforum eingerichtet und nenne es die Metaebene Community. Dieser Ort wendet sich an alle, die Lust haben, sich hier stärker einzubringen. Es ersetzt künftig bei Live-Sendungen auch den IRC-Chat.


Feedback ist wichtig

Kritik, Feedback, Tips und sonstige Hinweise sind für so eine Ein-Mann-Sendeanstalt wie die Metaebene lebenswichtig und Quell der Motivation. Wenn man gleichzeitig Moderation, Produktion, Sendeleitung und Intendanz ist, kann man schnell mal durcheinander geraten und sich im Zweifelsfall auch trefflich überfordern.

Deswegen setze ich für die Metaebene auf die Community. Ich kann gar nicht aufzählen, auf wie vielen Ebenen mir in den letzten zehn Jahren schon geholfen wurde und ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Kreativität und Energie mich umgibt. Doch blieben gefühlt auch viele Angebote und potentiellen Kooperationen auch ungenutzt, was schade ist.

Probleme auf der Kontaktebene

Nun ist die Frage, wie ich mit dieser Community am besten im Kontakt bleibe. Natürlich tausche ich mich in den Kommentaren der einzelnen Episoden aus. Und es gibt bei den Live-Sendungen der Freak Show oder NSFW auch immer rege Beteiligung im IRC-Chat. Auch gibt es viel substantielle Rückmeldungen über Twitter (sei es via @timpritlove, @metaebene oder eine der zahlreichen sendungsspezifischen Accounts).

Doch die Kommunikation zerfasert oft und mir wird oft nicht klar, wer nur mal zurückfunkt oder wer vielleicht Lust hat, ein wenig dichter am Geschehen zu bleiben. Dadurch gerät vieles zu unverbindlich und die Medienbrüche beim Übergang zu privaterer Kommunikation sind dann oft zu stark.

Chat als Zentrum der Kommunikation

Seit es das Netz gibt wird der Chat unterschätzt. Meist als belanglos oder zu kurzlebig wahrgenommen, waren chatbasierte Dienste doch meist immer deutlich erfolgreicher als gedacht. ICQ war ein erstes Beispiel, die SMS ein zweites. Es zeigte sich, dass die niedrige Turnaround-Zeit essentiell für einen bestimmten Kommunikationsbedarf war und vor allem, dass textbasierte Kommunikation für die Menschen mehr als nur zumutbar war.

Heute erleben Messenger ihren zweiten Frühling. Ob Facebook Messenger, WhatsApp, Threema, Signal, iMessage: die Chatnetzwerke sind viel mehr am Herzen der sozialen Beziehungen als jede E-Mail.

Trotzdem gab und gibt es auch Nachteile. Mich persönlich störte der Medienbruch zu anderen wichtigen Diensten, wo die E-Mail für Benachrichtigungen immer noch deutlich praktischer erschien. Auch die Nützlichkeit von RSS ließ sich im Chatnetzwerk nur begrenzt kultivieren.

slackDoch dann kam Slack. Gebaut für Teams und vor allem Entwicklergruppen, hat sich Slack in der letzten Zeit schnell in die Herzen von Arbeitsgruppen aller Art geschlichen. Ein “Slack” ist ein Chatforum mit geschlossener Benutzergruppe, wo beliebig viele offene und private Chat-Kanäle eröffnet werden können und auch private Direktnachrichten möglich sind.

Abgesehen von dem gelungenen Webinterfaces und guten Apps auf allen derzeit wichtigen Plattformen (einschließlich des Desktops) und flexibel konfigurierbaren Benachrichtigungen ist vor allem die Idee der Integrations (jetzt hipperweise einfach nur noch “Apps” genannt) der Bringer: Aktivitäten in relevanten Diensten wie GitHub, Blogs, Twitter-Accounts und ähnlichen Dingen konnten und können sehr einfach in die Kanäle “berichten” oder dort auch mit Bots ferngesteuert werden.

Der Chat wird dadurch zur Schaltzentrale und es zeigte sich, dass dieses Modell für viele Anwendungen wirklich sehr gut funktionierte.

Die Metaebene Community

Diese Vorteile finde ich überzeugend. Daher gibt nun einen Slack für die Metaebene und ich nenne es die Metaebene Community. Durch einen kleinen technischen Kniff kann sich dort jeder selbst einladen und damit einen Account anlegen.

Wer ist die Zielgruppe für dieses Forum? Nun, zunächst wendet sich der neue Ort an jede/n, die/der schon bisher an Live-Sendungen im Chat teilgenommen hat. Ich werde künftig während der Freak Show und während NSFW den jeweiligen Sendungskanal (natürlich #freakshow und #nsfw)  in der Metaebene Community konsultieren. Damit entfällt der bisherige IRC-Kanal im Freenode Chat Network, das zwar über die Jahre gute Dienste geleistet hat, aber auch einige technische und soziale Probleme mit sich gebracht hat.

Aber ich möchte auch alle ermutigen, sich dort einzutragen, wenn ihr Lust habt, mich in meiner Arbeit auf irgendeine Art zu unterstützen. Ich weiß, dass viele sich z.B. eine finanzielle Unterstützung der Metaebene schlicht nicht leisten können, aber Willens und in der Lage wären, zum Beispiel mit administrativen Maßnahmen oder anderen technischen Hilfestellungen auszuhelfen. Oder vielleicht seid ihr auch einfach nur gute Informanten, habt gute Kontakte oder Ideen für Sendungen oder andere Herausforderungen des unabhängigen Podcastings.

Was es auch ist: in der Metaebene Community findet ihr mich, bin ich ansprechbar und vor allem finde ich Euch. Keine Jonglage mit unterschiedlichen Accounts auf unterschiedlichen Plattformen. So ist zumindest meine Hoffnung. Am Ende ist das alles ein Experiment, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Aber Slack ist doch proprietär/böse/closed source/NSA-unterwandert!!eins!!elf!

Nun gibt es sicherlich eine Menge Leute, die bei Slack so ihre Zweifel haben oder passende Verschwörungstheorien im Schrank liegen haben. Ich verstehe Euch. Und ich weiß auch, dass es diverse Projekte gibt, die mit und ohne Open-Source-Modell sich als Alternative zu Slack positionieren und bestimmt in mancherlei Hinsicht ihre Vorteile haben.

Ich habe mir Mattermost und Discord angeschaut und auch wenn hier manches gut gelöst ist und vor allem weniger Limitierungen in der kostenlosen Nutzung am Start sind, ist für mich der praktische Nutzen von Slack allein schon deshalb größer, weil ich es für fast zehn andere Projekte auch schon nutze und ich bisher weitgehend gute Erfahrungen gesammelt habe.

Das heißt nicht, dass es unbedingt bei Slack bleiben muss. An dem Tag, wo Slack als Firma mental komplett abdreht, untragbare finanzielle Bedingungen für die Nutzung aufstellt oder aus anderen Gründen nicht mehr benutzbar oder tragbar erscheint, wechsele ich gerne und ohne gebrochenes Herz auf eine dann brauchbare Alternative mit vergleichbarem Komfort. Aber derzeit hat Slack einfach Momentum und ist zumindest derzeit für mich das System der Wahl.

Benimmregeln

Ich will für die Nutzung des Systeme hier nicht tausend Regeln aufstellen, aber ein paar Dinge gelten uneingeschränkt, mämlich die Grundregeln der Höflichkeit, des gegenseitigen Respekts und des gesunden Menschenverstands.

Wer der Meinung ist, mit unangemessenen Kommentaren, sexistischen oder rassistischem Unsinn oder anderem untragbaren Verhalten aufzufallen, darf sich schnell andere Freunde suchen. Ich habe für solche Menschen und Ideen keinen Raum und auch keine Zeit. Das gilt auch und vor allem für die Livesendungen.

Nerdoptionen

Wer IRC trotz allem immer noch für ein tolles Ding hält, der kann übrigens die Community auch wie ein IRC-System benutzen. Wer einen Account in der Metaebene Community angelegt hat erhält automatisch auch einen persönlichen Zugang via IRC-Client. Empfehlen würde ich das nicht (weniger Features und Komform), aber wer es unbedingt will, darf es gerne machen.

10 Jahre Metaebene

Irgendwann im Jahre 2004 stieß ich Rahmen meiner damals verhältnismäßig intensiven Beschäftigung mit Blogs auf den Begriff “Podcasting”, der im Februar des Jahres erstmals von Ben Hammersley ausgerufen wurde und der im Kern einen kleinen technischen Kunstgriff beschreibt, der aus dem Verbreitungsformat für Blogs – RSS – ein Verbreitungsformat für Radio macht. Dave Winer, der mich schon früher mit dem ersten Präsentationsprogramm MORE und dem Konzept der Outliner überzeugt hat, war auch hier wieder verantwortlich. Ein Teufelskerl.

Ich erinnere mich immer noch gut an diesen speziellen Moment, in dem mir klar wurde, dass damit das Tor zu einer komplett neuen Medienwelt aufgestossen wurde. Shock and awe. Nichts würde mehr so sein, wie es war.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon über die erstaunliche Zeit von 9 Jahren das Chaosradio mitgestaltet und habe die Kraft des Gesprächs von Anfang bewundert und mich viel über die Einschränkungen der UKW-Distribution geärgert. No more. Podcasting würde diese Grenzen sprengen und einem die Macht geben, jenseits dieser Limitierung die Inhalte zu produzieren, die man für richtig hält für ein Publikum, dass das richtige dafür ist.

imageOh my god, it’s full of stars!

Bis ich dann selbst meinen ersten Podcast veröffentlichen wurde sollte es noch ziemlich lange dauern, aber mein Entschluss stand eigentlich sofort fest. Doch wollte ich mich dem Medium selbst zunächst intensiv nähern und begann manisch alles an Podcasts aufzusaugen, was bei drei nicht auf den Bäumen war. Das nächste Jahr stand mein iPod nicht mehr still und ich setzte die Kopfhörer eigentlich nur zum Duschen und Schlafen ab. Ich tunnelte mich durch zahlreiche fremde Subkulturen und tauchte in Welten und Freundeskreise ein, die mir bis dahin verborgen blieben.

Yeast Radio war dabei der Katalysator schlechthin und für mich der wichtigste Einfluss überhaupt. Eine (damals) tägliche Dosis Wahnsinn aus der US-amerikanischen Schwulenszene schraubte meine Standards schnell nach oben, denn durch kontinuierliches Hören und Mitfühlen merkte ich schnell, welche persönliche Power in Podcasts stecken kann und mit welcher Intensität man Leute an seinem Leben teilhaben konnte ohne dabei nur von sich selbst zu reden oder sich laufend zu wiederholen.

Probier’s mal … mit Persönlichkeit

Wenn ich zu Podcasts befragt werde, ist es diese These, die ich laufend wiederhole: Podcasts sind für mich das mit Abstand persönlichste Medium überhaupt.

Denn Podcasts sind sowohl sehr persönlich in der Art wie sie produziert werden: die Podcaster prägen ein Format vor allem durch sich selbst. Keine “Radiostimme”, kein Sendergleichklang, keine diffuse Zielgruppe die erreicht oder nicht erreicht werden soll, kein kleinster gemeinsamer Nenner. Das einzige was zählt ist Originalität, Haltung und Persönlichkeit. Je mehr davon, desto besser. Es ist fast egal, womit man sich der Öffentlichkeit stellt, Hauptsache man tut es mit Rückgrat und einer bestimmten Geradlinigkeit. Dabei können alle Brüche der eigenen Persönlichkeit zu Tage treten. Es ist die schiere Existenz einer Persönlichkeit, die zählt und die am Ende honoriert wird.

Und Podcasts sind ausgesprochen persönlich in der Art wie sie konsumiert werden. Menschen wählen sich ihre Kanäle sehr genau aus. Sie brauchen ihre Zeit, bis sie damit warm werden. Doch dann investieren sie sehr viel Zeit in das Hören und bringen ein Maß an Aufmerksamkeit und Konzentration mit, die ich bei keinem anderen Medium je beobachtet habe. Kein Text im Internet, kein Video auf YouTube das mit der selben Detailtreue verfolgt, der gleichen Reflektion begleitet und einem maximalen Wohlwollen aufgenommen wird. Die Podcaster werden geradezu an der Hand auf das Sofa geführt um dort ihre Kapriolen zu vollziehen und die Hörer widmen sich dem Inhalt mit einer Nähe, Liebe und Vertrautheit auf die man eifersüchtig werden kann.

Ich empfinde es nach wie vor als ein großes Geschenk, wie meine Sendungen von manchen Hörern aufgenommen und kritisch und wohlwollend begleitet werden. Ich bin stellenweise überrascht und erschreckt, wieviel sie zwischen den Zeilen herausgelesen bekommen und wie viel Verständnis für einen selbst dabei entsteht. Es gibt so eine merkwürdige Verbundenheit auf beiden Seiten obwohl man eigentlich nichts voneinander weiß, aber wenn man sich trifft und ein paar Worte wechselt fühlt es sich für beide Seiten an, als würde man sich seit Jahren kennen.

Chaosradio Express

chaosradio_express-logo-300x3002005 fing ich dann irgendwann an Wissen und Mittel zusammenzutragen, um meine erste eigene Produktion durchzuführen. Ein Problem war, dass ich von Tuten und Blasen eigentlich keine Ahnung hatte. Ich hätte nicht mal den Unterschied zwischen einem dynamischen und einem Kondensatormikrofon erklären können und ich musste alle Bezeichnungen und Abkürzungen für die ganzen Stecker und Buchsen langsam buchstabieren um irgendwann in die Nähe einer Peilung zu geraten.

Aber die Büchse der Pandora war für mich schon lange geöffnet und ich fuchste mich Schritt für Schritt in die Materie rein. Mikrofone, Kopfhörer, Mischpulte, Kabel, Interfaces und Audio-Software. Meinem natürlichen Instinkt zum Übertreiben und Perfektionieren folgend kaufte ich mir tonnenweise Zeug zusammen und bastelte und testete und prüfte und machte und tat. Und ich ließ mir Zeit. Doch dann, im Juni 2005, kam Apple und veröffentlichte mit iTunes 4.9 den missing link: ein Podcast-Verzeichnis und die Synchronisierung von Podcasts auf den iPod. Ein Paukenschlag.

Es zeigte sich, dass mein Gefühl wohl gestimmt hat und nun gab es für mich keine Zeit mehr zu verlieren. Ich schrieb mir meinen eigenen Podcast-Webseiten-Generator (der läuft übrigens heute noch auf chaosradio.ccc.de). Gab ja nix. Und nebenbei grübelte ich, was für eine Sendung ich denn überhaupt machen wollen würde. Die große Formatfrage, die alle Podcaster-Neulinge quält.

Chaosradio war damals ganz mein Ding. Ich mochte nahezu alles daran: nerdige Themen, offene Struktur und eine halbwegs korrekte Länge (damals 3 Stunden mit den üblichen Unterbrechungen). Wechselnde Teams und ein lockerer Umgangston. Viel Spaß und Albernheiten, aber auch energische Gespräche über die Zeiten und Gott und die Welt.

Es war klar, dass ich rein technisch Chaosradio selbst natürlich als Podcast veröffentlichen wollte (damals lagen bestenfalls ein paar Mitschnitte auf einem FTP-Server), aber dann natürlich gleich als “Chaosradio Podcast Network”. Und dazu brauchte es natürlich noch eine Zweitsendung.

Den monatlichen Turnus durch eine häufiger erscheinende Sendung ergänzen, die dafür nicht so lange war. Das war meine Idee. Heraus kam die Art gestelzter Monolog für die man sich dann später ordentlich wegschämt. Aber man muss ja irgendwo anfangen.

Scheitern als Chance

chance3Als ich die erste Sendung aufgenommen hatte bin ich stolz in den CCC Berlin gelatscht und habe der versammelten Runde kurz vorgespielt, was ich da zusammengebastelt hatte. Die Blicke, die ich von den Umstehenden dafür erntete, lagen irgendwo zwischen offenem Mitleid und betretenen “da gibt’s bestimmt was von Radiopharm”-Hilfsangeboten. Doch davon merkte ich eigentlich nichts, denn die Kommentare reagierten mit meinem System in etwa so viel wie Neutrinos mit dem Erdkern. Ihr werdet schon noch merken, wohin die Reise geht, dachte ich mir. Außerdem ist das mit dem CCC und der Zukunft schon immer so eine Sache gewesen.

Die Sendung erschien vor genau 10 Jahren, am 22. November 2005. Schnell folgten weitere Ausgaben und ein Experiment jagte das andere. Schnell begriff ich, dass mir das monologische nicht liegt und dass ich im Dialog mit anderen meine Inhalte viel besser erarbeiten kann. Schon als Kind habe ich gerne erklärt aber noch viel mehr Spaß habe ich daran, mir eine Sache durch konsequentes Fragen maximal logisch zu zerlegen und zu erarbeiten. Die Testsendung mit Pavel war ein früher Wendepunkt und es war auch eine Sendung mit Pavel (über Extreme Programming), die ich im Nachgang als final formatbildend empfunden habe. Es dauerte also noch ein halbes Jahr bis ich begriff, was eigentlich mein Ding war, aber dann war der Drops, wie man so schön sagt, auch gelutscht.

Später habe ich dann noch mit dem Unfug aufgehört, Hintergrundmusik einzuspielen. Und irgendwann musste ich auch im Namen reflektieren, dass dieses Format sich von seiner ursprünglichen Idee, ein Ergänzung und Flankierung von Chaosradio zu sein, weit entfernt hat und sich zu einem ganz eigenständigen Wesen entwickelt hat. Daraus resultiert das heutige Stirnrunzeln, was neue Hörer bekommen, wenn sie das traditionelle Kürzel CRE auf die Themenwolke “Technik, Kultur, Gesellschaft” abbilden wollen. Aber so wie ich im Format meine Brüche stets einarbeitete so ist auch die Außenhaut. It’s exactly what it says on the tin.

Die Metaebene

Nachdem ich mit mobileMacs (später und noch heute: Freak Show) und Not Safe For Work langsam mein Portfolio erweiterte und ich dann später den Entschluss fällte, anderen Berufsoptionen auf Dauer zu entsagen, suchte ich nach einem Namen für das Große Ganze (TM).  Das war kein einfacher Prozess, zumal Benennungen für mich auch ein ganz persönlicher Fetisch sind.

Irgendwann fiel mir dann auf, dass ich eigentlich in all meinen Sendungen im Kern stets die Metaebene anstrebe: den Ort der maximalen Abstraktion, die einem erlaubt, alle Dinge einzuordnen und miteinander in Bezug zu setzen. Die Metaebene ist der Ort des Verständnis und der Einsicht, der ideale Treffpunkt für aufgeschlossene Menschen. The place to be.

In einer Wendung des Schicksals gelang es mir, den Twitter-Account @metaebene in einem damals noch möglichen Prozess einem Non-User zu entlocken und damit war die Sache klar. Nur der Besitzer von metaebene.de will bis heute nichts von mir wissen: alle meine Liebesbriefe blieben unerhört. Ich glaube, das wird nichts mit uns. Aber ehrlich gesagt finde ich metaebene.me auch viel cooler.

Wer mich kennt, kennt auch das lodernde Feuer, die Wortwitze in mir entfachen und dann auch noch mein Studio Metaebene zu nennen und aus der Metaebene zu senden halte ich immer noch für einen äußerst eleganten Schachzug. Für so ein selbstverliebte, egozentrische Rampensau wie mich kein unwichtiger Aspekt!

Die Zukunft™

Nun ist das alles also 10 Jahre her. Und irgendwie auch schon 11. Das ist für mich ein bemerkenswerter Zeitraum, weil ich eigentlich früher nach so einer Phase längst den Mantel gewechselt und mich anderen Dingen zugewendet habe. Ob die Programmierei oder Veranstaltungsorganisation. Irgendwann war es dann mal gut.

Das Senden allerdings ist sticky. Ihm liegt ein besonderer Zauber inne und es geht kaum was über diesen Moment, in dem man wieder eine neue Sendung ins Netz schubst und sich darauf freut, die Reaktionen darauf einzusammeln. Es ist mir auch immer noch nicht egal: schlechte Sendungen ärgern mich immer noch maßlos und grandiose Ausgaben drücken mir immer noch dieses Zeug ins Hirn, das danach alle anderen im Restaurant auch bestellen möchten. Senden ist geil.

Neue Initiativen haben es ermöglicht, das alles noch mehr auszuleben. Das Podlove-Projekt hat so technisch einiges angestossen und das Sendezentrum gestaltet den Raum für die Community. Dort habe ich ein paar grandiose Mitstreiter gefunden, die meine Sichtweisen (weitgehend) teilen und die zu wichtigen partners in crime geworden sind. Mit Euch macht das alles noch viel mehr Spaß als ohnehin schon.

Und daraus ist seitdem auch schon viel Schönes entstanden: eine Software Suite zum Publizieren von Podcasts, eine lebendiges Projekt, dem sich weitere großartige Leute angeschlossen haben und eine ebenso lebendige, vor Begeisterung für das Medium nur so überquellende Podcaster-Community, in der sich die Art von Leuten tummelt, die mich schon immer begeistert hat: Menschen mit Liebe zum Detail, Passion in ihrem Schaffen und die Kommunikation auf Augenhöhe betreiben. These guys can just walk in.

Ich werde also noch ein wenig weitermachen, wie es aussieht. Und ich hoffe, dass die Realitäten des Netzes und der Wahnsinn unserer Gesellschaft uns auch noch künftig den benötigten Rahmen bieten, diese Träume weiter auszuleben.

Ich denke auch, dass wir Podcaster etwas beitragen können zur Gesellschaft. Wir sind vielleicht nicht gemacht für den Mainstream und die richtje dicke Kohle hat hier nie eener jesehn. Aber hier haben alle den Herz am richtigen Fleck, ein gerüttelt Maß an Verstand und ausreichend Visionen, um jede Woche zum Arzt gehen zu können. Und wir erreichen einen ausgesprochen wertvollen und interessanten Teil unserer Gesellschaft, mit der man nicht nur Pferde stehlen könnte sondern der eigentlich auch sonst für jeden Scheiß zu haben ist. Ganz mein Geschmack. Verdammt guter Kuchen!

Don’t Believe The Hype

Ich war immer davon überzeugt, dass Podcasting irgendwann noch mal groß raus kommt, aber irgendwie ist es mir jetzt, wo es sich auch schon so anfühlt, dass es bald losgeht, auch schon wieder egal. Der Hauptstrom war schon immer langweilig und ich scheiß irgendwie drauf. Denn es ist nicht wichtig.

Wichtig sind ganz andere Dinge und dazu gehört vor allem, mit sich selbst und am besten Fall auch mit allem anderen im Reinen zu sein. Wichtig ist, sich mit interessanten Menschen zu umgeben und über relevante Dinge zu sprechen. Wichtig ist, die Welt jeden Tag ein kleines bisschen besser gemacht zu haben und Teil der Lösung und nicht Teil des Problems zu sein.

Erfolg ist manchmal schön und oft eine Droge. Man kann sich das auch mal länger reinpfeiffen aber irgendwann muss man auch mal den Hahn zu drehen sonst stellen sich Persönlichkeitsveränderungen ein, die einem auch nicht weiterhelfen. Da ist schon der eine oder andere dran zerbrochen.

Von daher halte ich mich jetzt auch zurück mit epischen Zukunftsausblicken und langweiligen Standpauken über das “Radio der Zukunft” und was einem nicht sonst auf laufenden Meter so abgefragt wird.

Personal Media

Die Metaebene heißt übrigens vollständig: “Metaebene Personal Media”. Der Begriff “Personal Media” ist lustigerweise nicht sonderlich präsent in der öffentlichen Diskussion. Man spricht zwar über Podcasts, aber meist nur im Kontext und im Vergleich mit Radio und Fernsehen.

Personal Media ist auch weniger Medienformat als mehr eine Form der Kommunikation. Es ist eher eine Ergänzung des Küchengesprächs und des privaten Telefonats als eine Antithese zu den etablierten Geisteskrankheiten der Medienwelt. Es ist mehr der mediale Charakter, der die persönliche Sphäre erobert als andersherum. Es ist ein andere Art, normale Kommunikation zu betreiben, die ihre Anleihen aus dem zieht, was wir über die Jahrzehnte in den Massenmedien beobachten durften. Aber nicht alles, was wir da sehen hat uns gefallen und das wenigste war hilfreich für verbindliche, ehrliche Kommunikation.

Vielleicht überhöhe ich das jetzt auch alles ein wenig, aber wenn ich so darüber nachdenke, erklären sich aus dieser Sichtweise viele Phänomene und Wirkweisen, die ich im Podcasting kennengelernt habe. Wer einmal seinen Zeh in den Podcastteich gehalten hat, wird sich schon gewundert haben über die so krass anderen Umgangsformen, den Mangel an Haterkultur und das hohe Maß an gegenseitiger Unterstützung und Spaß an Kollaboration. Ich denke, dass vieles auch damit zu tun hat, dass Leute das “Persönliche Medium” sehr viel tiefer in ihre private Sphäre (nicht unbedingt in ihre Privatsphäre) einsinken lassen und dort auf eine viel intimere, vertraulichere Art und Weise Kontakt zu sich aufnehmen lassen.

Podcasts sind das Radio der privaten Kommunikation.

Danke

10 Jahre Metaebene. Das ist schon mal was. Gute Gelegenheit, sich bei ein paar Leuten zu bedanken.

Ich habe mich schon oft bei meinen Hörer/innen bedankt und tue das auch hier wieder. Ihr ward entscheidend für den Schritt, die Metaebene auch ganz konkret ins Leben zu rufen und dafür, dass es sie noch gibt. Ohne Empfänger kein Sender.

Einen besonderen Dank habe ich auch noch an einige, die mir auf die eine oder andere Art eine ganz besondere Hilfe waren in der letzten Dekade. Mal mit kleinen, mal mit großen Dingen. Ihr wisst schon, warum: Mark Fonseca Rendeiro, Richard Bluestein, Dave Winer, Pavel Mayer, Johnny Haeusler, Max Winde, Holger Klein, Denis Ahrens, John-Paul “hukl” Bader, Clemens Schrimpe, Ruotger “Roddi” Deecke, Linus Neumann, Henning Krause, Andreas Schepers, Christian Scheifl, Philip Banse, Michael Sonnabend, Gregor Sedlag, Martin Pittenauer, Eric Teubert, Juri Leino, Alexandra von Criegern, Georg Holzmann, Verena Hafner, Sven Sedivy, Simon Waldherr, Ralf Stockmann, Claudia Krell, Dennis Morhardt, Alexander Lüken, Benjamin Zimmer, Max von Malotki, Frank Rosengart, Markus Beckedahl, Andre Meister, Thomas Lohninger, Marcus Richter, Evita Bley, Tina “Trilly” Bartel, David Scribane, Arne Bense, Florian Erlbeck, Renke Bruhn, Sebastian Fiebrig, Stefanie Fiebrig, Michael “Papillon” Gerdes, Lars “Der Pupe” Hohl, Daniel Lindenfelser, Heiko Panjas, Timm Kekeritz, Stephan Maka, Moritz Metz, Katrin Rönicke, Christoph Lobmeyer, Christopher Schirner, Martin Hering, Gerrit van Aaken.

6. Podlove Podcaster Workshop in Berlin am 13.-15. November 2015 #ppw15b

In gut einem Monat findet der 6. Podlove Podcaster Workshop statt. Wir sind wieder in den Räumen von Wikimedia Deutschland zu Gast, die für unsere Bedürfnisse ideal sind.

Ppw15b banner

Die Registrierung ist schon seit einiger Zeit online und ich kann allen nur raten, sich möglichst bald anzumelden, da es erfahrungsgemäß auf den letzten Metern dann doch knapp wird. Die Kosten decken wie gewohnt primär die Vollverpflegung auf der Veranstaltung, wir bieten aber wie gewohnt auch ermäßigte Preise für diejenigen, die überall sparen müssen.

Der Workshop bietet eine Reihe von Vorträgen über wichtige Entwicklungen in der Podcast-Landschaft (jeweils vormittags) und ein umfangreiches, selbstorganisiertes Barcamp mit Workshops, Vorträgen und Diskussionen aller Teilnehmer (am Nachmittag).

Die Räume sind ab Freitag nachmittag ab 14 Uhr geöffnet (zur Registrierung), um 16 Uhr beginnt die Begrüßungs- und Vorstellungsrunde. Danach gibt es Vorträge und Abendprogramm.

Samstag und Sonntag beginnen jeweils nach dem Frühstück mit Vortragsprogramm am Vormittag und offenen Sessions am Nachmittag. Nach dem Abendesssen gibt es am Samstag dann noch lustiges Abendprogramm.

Hashtag: #ppw15b

20.08.14: Hörerinnengrillen in Hannover

Wie schon in der allerletzten Folge von NSFW wird es am 20. August 2014 in Hannover das ebenfalls letzte NSFW-Hörerinnengrillen geben bei dem natürlich sowohl Tim als auch Holgi anwesend sein werden.

Wir denken, wir machen den Ort so zwischen 14 und 15 Uhr urbar, auch wenn uns natürlich klar ist, dass einige erst später kommen werden. Aber wir setzen natürlich auf bestes Wetter und wollen das dann auch genießen. Wir bleiben voraussichtlich bis zum letzten Zug nach Berlin.

Eine Location wurde noch nicht festgelegt, für Empfehlungen sind wir daher sehr aufgeschlossen, damit wir auch die bestmögliche Wahl treffen. Bitte einfach was in den Kommentaren vorschlagen und auch sagen, warum die jeweilige Location von Vorteil ist. Wir treffen dann rechtzeitig vorher eine Entscheidung.

Wir treffen uns wir mehrfach vorgeschlagen an der Wiese bei der Fußgängerbrücke nahe der Flußmündung Ihme/Leine, neben dem “Strandleben”.


Größere Kartenansicht

Wir bitten, das Treffen mit Grills, dem entsprechenden Zutaten und hoffentlich auch kalten Getränken zu unterstützen. Durch die Anreise aus Berlin wird es uns leider nicht möglich sein, mit Ausstattung und Gerät anzudackeln. Wir zählen auf Euch.

Wer gedenkt, zu kommen, möge sich wie gewohnt hier mit einem “+1” (oder wie viele ihr auch immer seid) eintragen und ggf. noch dazu schreiben, was mitgebracht wird.

Im Sommer hat man ja Zeit…

Die niedrige Produktionsquote im Sommer wirkt sich auch positiv aus: die Umstellung der Metaebene-Podcasts auf den Podlove Publisher ist mit dem Umbau von CRE weitgehend abgeschlossen und für die Umbenennung von mobileMacs war rechtzeitig vor der nächsten Ausgabe auch noch Zeit.

Für das zweite Halbjahr hat die Metaebene aber auch noch so einige andere Überraschungen parat. Viele Dinge, die über lange Zeit vor sich hinköchelten kommen langsam in die finale Phase. Stay tuned.

Radio Universal – Mein Vortrag auf der re:publica 13

Diese Woche war ich auf der re:publica 13 und habe dort meinen Vortrag “Radio Universal” gehalten. Im Mittelpunkt standen die Fortschritte rund um Podlove und meine Ideen und Flausen bezüglich des sonstigen Fortschritts des Radios im Web.

Hier ist der Mitschnitt davon. Viel Spaß beim Zuhören. Für konstruktives und kritisches Feedback bin ich sehr aufgeschlossen.

Aktivitäten zur re:publica 13

rp13-logoIn einer Woche findet die re:publica 13 in Berlin statt und die Metaebene blickt voraus auf eine “busy week”. Nicht nur, dass am Wochenende vorher der Podcaster Workshop stattfindet, es warten auch noch ein paar andere Überraschungen auf den geneigten Begleiter dieses Projektes.

So findet am Sonntag, den 5. Mai am Abend – statt des normalerweise stattfindenden Hörerstammtischs – ein allgemeines re:publica Warmup Podcasting Treffen in der c-base statt. Dort werden dann sicherlich auch einige (wenn auch nicht alle) Teilnehmer des dann gerade abgeschlossenen Workshops teilnehmen und es ist auch sonst jeder willkommen, der sich hörend, sendend oder auf irgendeine andere Art und Weise an der Podcasting-Szene teilnimmt. Und eigentlich auch sonst alle. Der Abend hat kein Programm sondern soll einfach die Möglichkeit bieten, sich vor den Wirren der re:publica schon mal kennenzulernen und auszutauschen.

Auf der re:publica selbst sind wir dann sogar mit einem eigenen Raum vertreten. Dieser befindet sich am Nordende der Halle 5 im 1. Stock (vom Eingang aus links in das Gebäude, die Treppe hoch und am Ende der Treppe rechts durch.

Der Raum selbst ist einerseits als Treffpunkt für alle Sendenden, alle Interessenten des Podlove-Projektes und vor allem fungiert vor allem als Sendezentrum – und so nennen wir es auch.

Im Sendezentrum wird täglich “Die Sondersendung” produziert, eine Live-Radio-Show, die immer von 17 bis 19 Uhr versucht, wertvolles und nennenswertes der Veranstaltung zu besprechen. Wir machen Live-Interviews und diskutieren allgemeine Eindrücke. Mehr dazu später.

Wir, das sind neben meiner Wenigkeit Claudia Krell und Ralf Stockmann (von den Wikigeeks) und noch einige weitere Personen, die sich unserem frei agierenden Redaktionsteam anschließen und die Sondersendung zu einem “crowdsourced” Ereignis machen sollen. Zur Sondersendung, unserem Redaktionskonzept und anderen Fragen rund um das Sendezentrum später mehr.

Nur eines noch: im Sendezentrum bieten wir auch anderen Podcastern die Möglichkeit an, eigene Sendungen aufzunehmen. Nehmt mit uns Kontakt auf, wenn ihr vor Ort mit unserem Equipment eine Sendung für Euer Programm aufnehmen möchte.

Land in Sicht

Das Jahresende in Blickweite möchte ich mich bei Euch melden und mal kurz erläutern, was für die Metaebene demnächst so ansteht. 2012 war ein recht turbulentes Jahr für mich und es hat sich einiges verändert.

Die sicherlich sichtbarsten Änderungen waren die Ende letzten Jahres neu hinzugekommenen wöchentlichen Podcasts Logbuch:Netzpolitik (mit Linus Neumann) und Newz of the World (mit Bicyclemark). In beiden Fällen war ich erstaunt, wie gut die neuen Formate angenommen wurden und vor allem wie unproblematisch die Produktion letztlich verlief.

Der Grund dafür sind natürlich vor allem Linus und Mark, denn sie sind es, die die Themen aussuchen und in die Show einbringen. Meine eigene Rolle ist die der Produktion und Ko-Moderation des Formats. Win-Win, wie man so schön sagt. Gemeinsam sind schon eine Reihe ganz ansehnlicher Folgen dabei herausgekommen. Ich bin zufrieden.

Eigentlich hatte ich noch mehr vor. Es mangelt hier nicht an Ideen für neue Formate und ein anderes Projekt musste leider kurz vor seiner Veröffentlichung wieder eingestampft werden, da mir zum gleichen Zeitpunkt schlicht und einfach die Zeit fehlte und andere Dinge meine volle Aufmerksamkeit erforderten. Das tat mir sehr leid für alle Beteiligten und ich hoffe, die Idee im nächsten Jahr neu aufgreifen zu können.

Und damit sind wir beim Pudels Kern: ich versuche, meine Zeit effektiver einzusetzen und ich habe schon vor einiger Zeit gemerkt, dass mir dabei vor allem eine Sache im Wege steht: Software. Diese Welt hat einen akuten Mangel an brauchbarer Software zur Publikation von Podcasts und die Lösungen, die es gibt, werden teilweise halbherzig, teilweise gar nicht mehr weiterentwickelt. Zeit zu handeln.

Daher habe ich Anfang des Jahres Podlove ins Leben gerufen. Es ist ein Projekt, das versucht, möglichst viele Podcaster und Entwickler an einen Tisch zu bekommen, um Dinge wieder in Bewegung zu bringen. Den Anfang machte Astro mit Bitlove, das BitTorrent und Podcasts erschreckend einfach verheiratet.

Und es geht weiter: durch den hochgradig lobenswerten Einsatz von Eric Teubert und Gerrit van Aaken ist im Laufe des Jahres eine schöne Lösung (auf Basis von WordPress) entstanden: der Podlove Podcast Publisher und der Podlove Web Player ergänzen sich zu einem pfiffigen System, das die Publikationsschmerzen von Podcastern in nächster Zeit spürbar senken dürfte.

Die Plugins sind noch nicht wirklich 100% stabil und noch lange nicht fertig, aber sie funktionieren bereits jetzt besser alles andere da draussen und daher ist für mich jetzt die Zeit gekommen, die Große Umstellung (TM) in Angriff zu nehmen. Und ihr werdet es schon ahnen: das wird ein wenig dauern. Nachdem Der Lautsprecher vor einiger Zeit umgestellt wurde bin ich jetzt dran, Newz of the World der Zukunft näher zu bringen.

Die Umstellung von NEWZ ist schon etwas umfangreicher, da hier auch schon durchgehend Kapitelmarken und Episodenbilder verwendet werden und ich nebenbei auch noch mein Audioarchiv konsolidiere. Zusätzlich werden alle Folgen auch neu enkodiert, um von zahlreichen Verbesserungen der letzten Zeit bei Auphonic zu profitieren, aber auch um neue Formate zu unterstützen: alle Podcasts der Metaebene werden künftig nicht nur in MP3 und AAC erhältlich sein, sondern zusätzlich auch in Vorbis und Opus. Und alle Dateien haben eingebaute Kapitelmarken.

Und als besonderes Gimmick gibt es die Episoden auch noch in einer Version, in der die Kapitel einer Folge in einzelne MP3-Dateien aufgeteilt und als ZIP-Archiv zusammengefügt sind. Damit kämen dann auch die fleissigen CD-Brenner mit ihren antiken Autoradios auf ihre Kosten. No listener left behind!

Aber schon die Umstellung eines Podcasts ist aufwändig. Alle weiteren sollen aber noch folgen: CRE, Raumzeit, NSFW, mobileMacs etc. pp. Es steht außerdem auch noch die umfangreiche Aufarbeitung (bzw. Nachlieferung) von Show Notes an und es wird an Lösungen gearbeitet, diese noch viel besser nutzbar zu machen. Viel Arbeit, die sicherlich meine Sendefrequenz zum Jahresende hin spürbar drücken wird. Besonders die Aufarbeitung von CRE kommt eher einer archäologischen Tätigkeit gleich.

Und ich bin noch lange nicht an dem Punkt angekommen, wo mir nichts mehr einfallen würde. Die Ideenliste ist ziemlich lang und ich möchte im nächsten Jahr allein schon durch die Zeit, die mir der Podlove Publisher künftig ersparen wird, neue Formate angehen und andere Initiativen starten.

Daher hoffe ich auf Euer Verständnis und Eure fortgesetzte Unterstützung durch Feedback und Spenden. Jede Einzelspende, jeder Flattr-Click und ganz besonders Flattr-Subscriptions tragen zum Gesamtergebnis bei. Gerade die finanziellen Zuwendungen geben mir die Freiheit, hier nicht nur Produktion für dritte zu machen, sondern eine Vielzahl von Eigenproduktionen zu machen und auch noch Zeit für die Koordination der Software- und Standardsentwicklung abzuzweigen.

Es bleibt spannend.

On my way

edificio-maria-lasernaFür mich hat sich glücklicherweise eine kleine Reise ergeben: ich werde für knapp zwei Wochen in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá weilen, um dort an der Universidad des los Andes einen Vortrag zu halten und einen dreitägigen Workshop zu Podcasting zu geben. Am 25.10.12 fahre ich los.

Daher müsst ihr leider mit einem etwas eingeschränkten Sendebetrieb der Metaebene leben. So richtig dramatisch wird es nicht: ich werde versuchen, zumindest Logbuch:Netzpolitik und Newz of the World irgendwie hinzubekommen (so die Internet-Verhältnisse vor Ort dies zulassen), aber Not Safe For Work und mobileMacs werden den 14-Tage-Rhythmus nicht halten können.

Aber ich habe auch vorproduziert: Raumzeit wird aber weiter pünktlich erscheinen und ich habe auch noch eine CRE-Folge auf Halde, die auch irgendwann das Licht des Tages sehen wird, wenn ich die Zeit finde, sie fertig zu machen.

Tips und Hinweisen bezüglich Bogotá bzw. Kolumbien stehe ich sehr aufgeschlossen gegenüber. Viel Zeit zum Herumreisen habe ich nicht, deswegen wird sich mein Aktionsraum im wesentlichen auf die Hauptstadt beschränken. Ich bin da für alles offen. Für ein Hörertreffen wird es vermutlich nicht genug Teilnehmer geben, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt :)

Wenn ich wieder da bin steht dann auch schon das Podlove Developer Meeting an, wo hoffentlich wieder viel Energie frei gesetzt wird, um das Podcasting voranzubringen. Die Aktivitäten, die ich in den letzten Monaten gesehen haben, stimmen mich da recht zuversichtlich. Es sieht ganz so aus, als ob langsam ein paar noch separate Entwicklungen zusammenfliessen und sich zu einem großen Ganzen zusammenfinden. Stay tuned.

Im nächsten Jahr hoffe ich dann zahlreiche neue Initiativen und Projekte auf den Weg bringen zu können, die bisher zeitlich einfach nicht drin waren. Ich denke auch, dass es auch ansteht, die große Vielfalt der Szene, die sich in so Projekten wie Xenim, moepmoep, Bitlove, der Hörsuppe, dem Shownotes-Team (u.v.a.m.) Aktivitäten niederschlägt, zu mehr Synergie anzuregen, damit wir da alle künftig noch mehr Spaß haben, als ohnehin schon.

An dieser Stelle möchte ich mich auch noch mal bei allen bedanken, die meinen Weg der letzten Jahre so intensiv begleitet und gefördert haben. Ohne die zahlreichen begeistert zuhörenden Menschen, die viel Feedback, Motivation und auch Spenden in meine Richtung geschickt haben, wäre mir vieles nicht so einfach gefallen. Den dadurch entstandenen Freitraum versuche ich zu nutzen, um auch das Podcasting auch über meinen eigenen Kosmos hinaus zu fördern.

Ich bin da noch lange nicht am Ende.

Willkommen in der Metaebene

Hervorgehoben

Unter dem Namen Metaebene Personal Media produziert Tim Pritlove eine Reihe von Radiosendungen, die allesamt als Podcast im Internet zum Herunterladen angeboten werden.

Wer einen dieser Podcasts kostenlos abonniert erhält neue Ausgaben automatisch. Einzelne Sendungen werden teilweise auch live im Netz gesendet und können im Chat von Hörern begleitet werden. Der Bezug aller Sendungen ist kostenfrei, die Eigenproduktionen werden durch Spenden finanziert.

Ein Großteil der Sendungen werden im eigenen Podcast-Studio in Berlin produziert. Viele Ausgaben – besonders Interviews – werden aber auch außerhalb von Berlin vor Ort aufgenommen. Dafür kommt ein portables Studio zum Einsatz.

04.02.2012: Hörertreffen in Wiesbaden

Nach Aufenthalten in Braunschweig und Düsseldorf führt mich mein Weg am Samstag auch noch nach Wiesbaden. Warum also nicht auch hier noch ein Hörertreffen anleiern? Man gönnt sich ja sonst nichts.

Ich schätze, ich hätte so ab 20 Uhr Zeit.

Auch hier gilt: meldet Euch hier mit “+1” in den Kommentaren und schaut mal auf die Hörertreffen-Seite, da findet ihr eine Beschreibung, was gesucht werden muss.

Wenn ihr was wisst, was den Anforderungen entspricht könnt ihr prophylaktisch auch schon mal reservieren (solange es sich auch noch absagen lässt).

Update: Wir treffen uns  um 20 Uhr im Paulaner.

Die Metaebene bei iTunes

Nach längerer Vorlaufzeit konnte ich jetzt endlich eine schon länger vorliegende Gelegenheit beim Schopfe packen und innerhalb des iTunes Podcast-Verzeichnisses (Teil des iTunes Store) für die Metaebene eine eigene Seite für meine Podcast-Angebote einrichten.

Das sieht dann in etwa so aus:

Metaebene @ iTunes

iTunes unterscheidet insgesamt drei verschiedene Ausbaustufen solcher Aggregationsseiten:

  • Artist Page (eine reine Zusammenfassung von Podcasts unter einem Namen)
  • Provider Page (eine gestaltete Seite mit vorgegebener Struktur)
  • Site Manager (wie Provider Page, nur mit direktem Zugriff auf die Gestaltung und Strukturierung der Seite)

Dank der großen Beliebtheit der Podcasts aus der Metaebene über einen langen Zeitraum wurde mir von iTunes das Angebot des Site-Manager-Zugriffs gemacht, was sonst offenbar nur größeren Organisationen wie z.B. der BBC oder der Tagesschau angetragen wird.

Für Euch ändert sich letztlich nichts, nur dass es jetzt eben auch innerhalb von iTunes die Möglichkeit gibt, sich einen besseren Überblick über das Angebot der Metaebene zu verschaffen. Ich will zusehen, den White Space in Zukunft noch ein wenig zu füllen.